Therapeutischer Prozess

Nach dem Modell der Gesundheitsentstehung (Antonovsky) braucht es drei grundlegende Dinge im Leben:

  • Die Fähigkeit, die psychischen/körperlichen Erkrankungen im Leben zu verstehen - das Gefühl des Verstehens

  • Die Überzeugung, das eigene Leben wieder gestalten zu können - das Gefühl des Könnens

  • Der Glaube an den Sinn des Lebens - das Gefühl der Sinnhaftigkeit

 

In der therapeutischen Arbeit helfen zu Beginn erfahrungsorientierte Methoden, das Gefühl des Verstehens zu entwickeln. Mit therapeutischer Unterstützung kommen Sie rasch mit ureigenen Lebens- (Ressourcen) und Widerstandskräften (Resilienz) in Kontakt. Diese Kräfte helfen im weiteren Prozess unbewusste Gefühle, wie bspw. Scham und Schuld in Kontakt bringen zu können. Häufig werden diese "alten Gefühle" mit einem "Körperpanzer" in Form einer bestimmten Haltung oder Körperspannung

zurückgehalten, was zu Erschöpfung und Krankheit führt. Diese Gefühle entstehen aus inneren Glaubenssätzen und Überzeugungen einer wenig bewussten Vergangenheit, die mit der Gegenwart und Realität nichts zu tun haben.

Sogenannte sekundäre Emotionen verdecken auch alte, schmerzhafte Gefühle. Das sind Emotionen, die uns im Leben vertrauter sind und mit denen wir uns sicherer fühlen. Allerdings entfremden sie uns, da sie unsere wirklichen (primären) Gefühle verdecken. 

Bspw. kann mit einer sekundären Emotion jemand häufiger ärgerlich werden. Obwohl darunter eine schmerzhafte Trauer liegt, die noch nicht in Kontakt kommen durfte. Mit therapeutischer Unterstützung kann dies behutsam aufgedeckt werden. Im achtsamen Kontakt ist das primäre Gefühl meist weniger schmerzhaft und von Dauer, als befürchtet. 

Es geht im Prozess darum, die Dinge mehr wahrzunehmen, genau hinzusehen und dabei die Bereitschaft zu entwickeln, innezuhalten und zu spüren. So können wir alles in "Nahrung" verwandeln und als Kompetenz entdecken, auch das Schmerzliche. Wenn die alten Gefühle integriert werden können, brauchen wir die Überlebensmechanismen (wie die Haltung, Körperspannung oder sekundären Emotionen) nicht mehr im Alltag. Und welche uns in der Vergangenheit allerdings lebensnotwendig geschützt haben. 

In dem Maße, wie wir mit unseren Gefühlen freier umgehen und unsere Ressourcen wertschätzen können, wird das Gefühl des Könnens gestärkt. Die Prozesse an sich und die Erfahrungen in den Alltag integrieren zu können,  stärkt das Gefühl der Sinnhaftigkeit, den Sinn des Lebens wieder zu spüren.

 

In der Arbeit empfehle ich individuell, welche Methoden besonders gut und zu welchem Zeitpunkt für Sie persönlich geeignet sind. Grundsätzlich gilt dabei, alles was in der Therapie gemeinsam geschieht, wird miteinander abgestimmt. Neben der Vielfalt der Methoden zeichnet sich meine Arbeit durch eine achtsame Haltung aus. In einem wertoffenen Raum kann eine vertraute Beziehung entstehen. Dadurch können sie eigene Lösungen finden.

"Dort wo die Gefahr ist, wächst das Rettende auch." F. Hölderlin