Achtsamkeitsgruppe/in Anlehnung an MBSR

Die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) ist ein Programm zur Stressbewältigung durch gezielte Lenkung von Aufmerksamkeit und durch Entwicklung, Einübung und Stabilisierung erweiterter Achtsamkeit.

In ​den 80er und 90er Jahren wurde MBSR in der USA von Jon Kabat-Zinn in einigen Kliniken entwickelt. Es wird im Rahmen eines achtwöchigen Programms mit zweieinhalbstündigen Gruppensitzungen und einem abschließenden Übungstag in Stille durchgeführt. Es ist eine formelle eigene Übungspraxis von täglich 30-45 Minuten vorgesehen. Der Kurs erfordert Eigeninitiative und Einsatz der Teilnehmer. Mittlerweile finden sich auch im ambulanten Bereich, Angebote von Gruppen auf der ganzen Welt. 

Selbst habe ich das Format der Gruppe mit Imaginationsübungen und tiefenpsychologischen Elementen auf ein insgesamt zehnwöchiges Programm ergänzt. Somit ist es eine tiefenpsychologisch orientierte Achtsamkeitsgruppe mit Anlehnung an die MBSR-Methode. Die Gruppensitzungen dauern dabei eineinhalb Stunden.   

Das Programm enthält nach MBSR und eigenen Erweiterungen, folgende Übungselemente:

  • die Einübung achtsamer Körperwahrnehmung (Body-Scan) und autogenes Training 

  • das sanfte und achtsame Ausführen einer Anzahl von einfachen Körperübungen

  • das Kennenlernen und Einüben des „Stillen Sitzens“, der sogenannten Sitzmeditation

  • eine dreiminütige Achtsamkeitsübung (Breathing-Space)

  • die Aufrechterhaltung der Achtsamkeit auch bei alltäglichen Verrichtungen.

  • eine Metta-Meditation, die hilft mit uns schwierig erscheinenden Menschen und uns selbst umzugehen, zu vergeben

  • Imaginationsübungen wie Wohlfühl-Ort, Baum, innerer/s Garten, -Team und -Helfer, imaginative Körpertherapie etc.

  • Erkunden von eigenen Erfahrungen und Zuständen in Form von kurzen achtsamen Dialogen in 2er Gruppen

  • Übungen zur Erforschung eigener Ego-states und Glaubenssätze

Die Übungen wurden aus körpertherapeutischen, körperpsychotherapeutischen und imaginativen Methoden abgeleitet. Die Sitzmeditation und der Body-Scan sind der buddhistischen Meditationspraxis entliehen. Bei allen Übungen steht das nicht-wertende Annehmen dessen im Vordergrund, was gerade im Augenblick wahrnehmbar ist. Das können Körperempfindungen (z. B. Druck, Kribbeln), Gefühle, Emotionen (z. B. Angst, Trauer), Stimmungen, Sinneswahrnehmungen oder Gedanken sein.

Wirkung

In klinischen Studien konnten positive Wirkungen der MBSR-Kurse bei der Behandlung von chronischen Schmerzzuständen, häufigen Infektionskrankheiten, Ängsten oder Panikattacken, Depressionen, Hauterkrankungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Migräne, Magenproblemen und dem Burn-out-Syndrom nachgewiesen werden.

Die Wirkung der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion ist mittlerweile gut erforscht. Meta-Studien haben belegt das MBSR hilft, mit Krankheiten deutlich besser umzugehen und Stress, Angst und Depression deutlich zu reduzieren. Die Erfahrungen, die Teilnehmer des Kurses machen, wirken sich vor allem auf langfristige Erfolge aus.

"Es gibt nichts gutes, außer man tut es." E. Kästner 

Praxis für integrative Psychotherapie 

Axel Haupt

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