Gestalttherapie

Der Kern der Gestalttherapie besteht daraus, das jeder Mensch die Fähigkeit hat, sich selbst bestimmt weiterzuentwickeln. Er lernt dabei mit mehr Bewusstheit, die nötigen Kräfte zu aktivieren, damit er seine Probleme selbstständig bewältigen kann. Der Therapeut interessiert sich dafür, wie der Patient die Welt sieht und warum, wozu er sie auf eine bestimmte Weise wahrnimmt.

Ziel einer Gestalttherapie ist, dass der Patient mehr Kontrolle über sein Leben erarbeitet und sein volles Potenzial entwickelt. In der Gestalttherapie betrachtet der Therapeut weder die vergangenen Ereignisse, noch zukünftige Sorgen des Patienten. Der Fokus bleibt immer in der gegenwärtigen Situation. Denn Veränderungen können nur in der Gegenwart stattfinden.

Wie nehme ich mich oder andere Menschen zu diesem Zeitpunkt wahr? Diese Frage stellt der Therapeut immer wieder, da der Mensch nie stillsteht und die Antwort im nächsten Moment bereits anders ausfallen könnte.

Im Dialog mit dem Therapeuten schult der Patient die Wahrnehmung dafür, wie er sich verhält, wie er Dinge wahrnimmt und was er fühlt. Der Therapeut konfrontiert den Patienten mit Widersprüchen in seinem Verhalten, die zu Konflikten führen. Ebenso ermutigt er den Patienten, seine bisherige Weltsicht zu hinterfragen. Der Patient erlangt dadurch ein erweitertes Bewusstsein für seine Situation.

Seine veränderte Wahrnehmung ermöglicht es dem Patienten, neue Erfahrungen zu machen und neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Der Therapeut verhält sich dabei dem Patienten gegenüber wertschätzend und einfühlend, aber er fordert ihn auch, sich weiterzuentwickeln.

F. Pearls ist der Begründer der Gestalttherapie. In einem Moment des ersten Weltkrieges hatte er neben vielen Toten im Schützengraben eine lebensbegleitende Erkenntnis:  Der Sonnenaufgang den er sieht, ist wunderschön. Diese Erfahrung lässt ihn all das Blut, all das Schrecken und die vielen Toten vergessen und das Geschehen erträglich machen. Und zeigte ihm wie existentiell wunderbar, das Leben auch mit diesem Moment ist.   

Logotherapie 

Bei der Logotherapie (von Viktor Frankl) ist über die Wiedergewinnung innerer Sinnerfüllung Heilung möglich. Gelingt einem Menschen diese nicht, so leidet er unter einer existentiellen Frustration, die zu vielen seelischen Störungen führen kann.

Im Zusammenhang mit der Logotherapie bedeutet "Logos" Sinn. Die der Logotherapie zugrundeliegende Motivationstheorie geht von der Hypothese aus, dass der Mensch im Grunde ein Wesen auf der Suche nach Sinn ist. Dieser Wille zum Sinn wird aber unter gesellschaftlichen oder anderen Bedingungen frustriert, und das daraus resultierende Sinnlosigkeitsgefühl manifestiert sich dann in häufigen Phänomenen wie Depression, aggressive Reizbarkeit oder Süchten.

Selbstverständlich ist es nicht das Anliegen der Logotherapie, Sinn wie ein Medikament zu verordnen, sondern sie geht der Frage nach, wie es der Mensch zustande bringen kann, Sinn zu finden. Aufgrund der weltweiten Erfahrungen in der Logotherapie gibt es eigentlich keine Situation, die letzten Endes nicht doch eine Sinnmöglichkeit böte. Und die Technik der Gestalttherapie kann bei dieser Sinnfindung sehr hilfreich sein.

So hatte Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie, endloses Leid in deutschen Konzentrationslagern erleben müssen. Doch trotz allem, was er dort sah und erlebte, kam er zu dem Schluss, dass es selbst an Orten der größten Unmenschlichkeit möglich ist, dem Leben einen Sinn zu geben (Buch: "... und trotzdem ja zum Leben sagen").

Ein Leitsatz von ihm war: "Es kommt nicht darauf an, was wir vom Leben erwarten, es kommt darauf an, was das Leben von uns erwartet". Und Im hohen Alter bekam Frankl einen Herz-Bypass-OP, seine Frau war besorgt - er antwortete kurz vor der OP:  "Die Situation entbehrt jeglicher Tragik." Nach der OP starb er.   

"Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind." Albert Einstein 

"Wenn du hervorbringst, was in dir ist, wird das, was du hervorbringst, dich retten. Wenn du nicht hervorbringst, was in dir ist, wird das, was du nicht hervorbringst, dich zerstören." Worte von Jesus aus einem Gnostiker-Text