Familienaufstellung 

Ausgehend von einem inneren Anliegen/Problem ist es möglich, unter Zuhilfenahme von Stellvertreter, die keinerlei Vorinformationen brauchen, z.B. die eigene jetzige Familie oder die Herkunftsfamilie aufzustellen.

Das Phänomen der Aufstellung ist, dass die aufgestellten Stellvertreter Gefühle und Auswirkungen von Ereignissen wahrnehmen, die in der Familie sich ereigneten oder vorhanden sind. Sie äußern sich häufig in gleichen Worten und gleicher Gestik. Durch das Aufstellen baut sich offensichtlich ein Erinnerungsfeld auf. Dieses Erinnerungsfeld ist in seinen Auswirkungen für fast jeden mehr oder weniger unbeeinflusst spürbar. Es ermöglicht dem Therapeuten, die zumeist unbewusst wirkenden Dynamiken in dem Familiensystem zu erkennen.

Wichtig hierbei ist, dass wir als Therapeut dieses Feld nicht zielgerichtet beeinflussen können und nicht sollten, auch nicht mit guter Absicht. Wenn wir das versuchen, entzieht sich das, was wirkt. Und die Menschen erleben eine gemachte Lösung, die nicht trägt. So können nur Lösungen gefunden werden, die im Einklang mit dem großem Feld sind.

Anstatt als Stellvertreter kann man auch im Einzelsetting mit dem Patient/Klient und Therapeut die einzelnen Personen in der jeweiligen Rolle abwechselnd und nacheinander aufstellen. Oder man benutzt Figuren auf dem Familienbrett, die als Stellvertreter dienen. Das Erinnerungsfeld wirkt auch hier. So wie die Figuren zueinander stehen und wie man sie achtsam verschieben möchte, so kann man synchron als Beobachter wichtige Bedeutungen spüren, die im nachhinein weitere heilende Auswirkungen haben können. 

Bei einer Gruppe sitzen alle Teilnehmer auf Stühlen im Kreis. Der Stuhl neben dem Therapeuten ist für denjenigen frei, der als nächstes aufstellen wird. Im Raum ist Stille. Der Aufstellende, der Klient setzt sich jetzt neben den Therapeuten und wird nach besonderen Ereignissen in der Familie und seinem Anliegen gefragt. Dann bittet der Therapeut ihn, sich für bestimmte Familienmitglieder Stellvertreter aus der Gruppe auszuwählen und diese im Raum aufzustellen. Der Teilnehmer sucht sich dann z.B. eine Person für den Vater, eine für die Mutter, Personen stellvertretend für die Geschwister und eine Person für sich selbst und stellt diese auf.

Ähnlich verläuft dies in einer Organisationsaufstellung, da ist dann ein Teilnehmer der Chef, die Angestellten, das Produkt bspw., das Problem oder auch die Lösung etc. 

"Erfahrung ist nicht das was einem Menschen geschieht. Es ist das, was ein Mensch aus dem macht, was ihm geschieht."

A. Huxley