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Katathymes Bilderleben

Beim katathymem Bilderleben (KIP) können wir im Unterschied zum Traum, in Trance (tiefe Entspannung) mit diesen Bildern arbeiten und sie verändern. Auch wenn der Patient sie noch nicht zu deuten braucht. So spürt er doch auf der Gefühlsebene, dass das in Trance Erlebte ihn zutiefst betrifft und heilen kann. Patient und Therapeut verbleiben dabei im verbalen Kontakt. Der Patient berichtet von seinen Begegnungen, der Therapeut fragt nach oder gibt ihm Anregungen, was er im Sinne der Therapie tun könnte. Was auch an bunter Traum- und Bilderwelt in Erscheinung treten mag. Der Patient begegnet irgendwann seinen Problemen. Im weiteren Prozess lässt das Unterbewusste durch Kreativität und Weisheit auf der Bildebene neue Möglichkeiten entstehen. Es hilft die Schwierigkeiten zu meistern und neue Ziele oder Zwischenziele zu erreichen. 

Insgesamt haben wir es im Unbewussten mit zwei gegensätzlichen Kräften zu tun: Symbole, welche unsere Schwierigkeiten darstellen, und solche, welche Lösung und Weiterentwicklung aufzeigen. Und in den Schwierigkeiten sind früher oder später auch die Lösungen enthalten.

Einige typische Bildmotive beim katathymen Bilderleben: 

Zunächst beginnt man damit, sich einfache Anfangsbilder wie Wiese, Blume, Bach, Berg, Haus etc. vorzustellen. Später kann man sich schwierigere Bilder mit verdeckten Energien wie Höhle, Sumpf, Vulkan etc. innerlich anschauen. 

Für unsere Schwierigkeiten können Abgründe, Zäune, Mauern, Dornenhecken, Dunkelheit, gar Fabelwesen, Ungeheuer etc. stehen. Manchmal werden wir dabei auch in die Kindheit zurückversetzt und können mit den Personen sprechen, die uns verletzt oder belastet haben.

Die Kraft der entstehenden Bilder und des ausgesprochenen Wortes heilt. Vor allem wenn sie mit Gefühlen in Verbindung stehen. Dabei können wundersame Unterstützungen auftauchen: Personen, die für uns hilfreich waren, der Patient als weiser Erwachsener selbst, kreative Phantasiegestalten, Werkzeuge, die Möglichkeit zu zaubern, die Materie zu verändern, ein Krafttier, ein alter Baum, die heilende Quelle, bis hin zu den beeindruckenden Gestalten eines inneren Heilers, wie des alten weisen Mannes oder der alten weisen Frau.

Letztlich geht es darum, mit allen Bildern, die uns bedrohen oder blockieren, schrittweise in einen Frieden zu kommen. Dann verabschieden sie sich, lösen sich auf etc. und verlieren damit ihre Wirkung. In unserer Tiefe wartet ein ewiges Licht. Es kann alle lebensfeindlichen Kräfte in uns in heilvolle Energien verwandeln.

"Die Imagination ist die Sonne in der Seele des Menschen... Der Geist ist der Meister, die Imagination sein Werkzeug und der Körper das formbare Material... Die Macht der Imagination kann Krankheiten heilen." Paracelsus