Trance / Hypnotherapie / Imagination / katathymes Bilderleben

Diese Methoden wirken vor allem durch Trance. Trance ist ein natürlicher Geisteszustand, und kommt als Alltagstrance häufiger vor, wie z. B. beim spazieren gehen in der Natur oder in tiefer Entspannung beim Auto fahren. Trance bedeutet mit etwas länger im Einklang zu sein. Mit der gleichen Konzentration der Aufmerksamkeit kann man auch in innere Erlebnisse tiefer hineingehen.

Bei einer therapeutischen Trance erlaubt sich der Patient, mehr und mehr auf den ununterbrochenen Strom von Geschehnissen einzulassen. Sie entspringen dem eigenen Inneren: Gedanken, die kommen und gehen, Gefühle und Emotionen die aufsteigen. Bilder, die faszinieren, Erinnerungen, die spontan auftauchen. Im Zustand der Trance sind die Tore zum Unbewussten weiter geöffnet.

Die Hypnosystemische Therapie nutzt Tranceprozesse. Grundlegende Elemente der Hypnose, wie eine formale Induktion ("Hypnotisierung") und ein durchgehender Monolog des Therapeuten werden dabei nicht benötigt. In diesem Verfahren werden Probleme vor allem als eine Autohypnose gesehen, indem die Wahrnehmung eingeengt (Problemtrance) wird. Der Therapeut verhilft in einem geführten Dialog zur Lösungstrance durch Fokussierung auf eigene Ressourcen. Entsprechend werden Suggestionen und andere hypnotherapeutische Techniken in das Gespräch eingebettet.

 

​Bei einer Hypnose folgt das Unterbewusste des Patienten dem Monolog des Therapeuten. Das Unbewusste reagiert dann direkt auf bestimmte Suggestionen. In der Sporthypnose bspw. versetzt man einen Sportler in eine Trance und geht z.B. seinen Sprint in allen Einzelheiten durch. Die Details von Bewegungsabläufen, die nicht flüssig genug ablaufen, können nun in Trance entwickelt werden, weil sie ja auch innerlich, wie in der äußeren Realität erlebt werden. Ein Sportler, der den 100m Lauf in Selbsthypnose trainiert, erlebt sich vielleicht als ein schnelles Tier. Das in Trance Erarbeitete zeigt dann tatsächlich die Leistung in der äußeren Realität. In der hypnotischen Trance wird das Unbewusste in Richtung einer gesunden Entwicklung entsprechend moduliert. 

Hypnosen biete ich vor allem für Verhaltensänderungen, Verankerung von Geborgenheit und Sicherheit, Reduktion von schwierigen Gefühlen, Bewusstwerdung von Problemen und für neue kreative Lösungsmöglichkeiten an. 

Bei freien Imaginationen, wie dem katathymen Bilderleben (KIP), werden hingegen Anfangssymbole(Wiese, Bach, Berg, Haus etc.) vorgegeben. In Trance gestaltet der Patient diese Bilder weiter. Der Therapeut tritt dabei in der Regel nur begleitend und bestärkend auf (s.u.). 

Bei vorgegebenen Imaginationen, wie der psychodynamisch imaginativen Traumatherapie (PITT), gibt der Therapeut einen Ablauf von stärkenden Bildmotiven vor, die der Patient "innerlich ausmalt". Dabei stabilisiert der Patient erstmal seine innere Bilderwelt und lernt in weiteren Schritten, wie er mit sehr gefährlichen Bildern distanzierend und absichernd umgehen kann. Dies ist bei Patienten mit traumatischen Erkrankungen wichtig. Sie benötigen erstmal einen strukturierten, sicheren Ablauf, um nicht von unbewussten Inhalten überflutet zu werden. Später kommt es mit anderen Techniken, wie bspw. der Screen-Technik (Imagination auf eine äußere, fiktive Leinwand) zu einer Integration des Traumas. 

 

Einfache Imaginationen sind besonders gut als eigene Übungen und Wiederholungen geeignet, um das Unterbewusste an kraftvolle, positive Bilder und Lösungsmöglichkeiten zu erinnern. Auch die Selbsthypnose lässt sich stufenweise recht zügig erlernen.  

Beim katathymem Bilderleben (KIP) können wir im Unterschied zum Traum, in Trance mit diesen Bildern arbeiten und sie verändern. Auch wenn der Patient sie noch nicht zu deuten braucht. So spürt er doch auf der Gefühlsebene, dass das in Trance Erlebte ihn zutiefst betrifft und heilen kann. Patient und Therapeut verbleiben dabei im verbalen Kontakt. Der Patient berichtet von seinen Begegnungen, der Therapeut gibt ihm Anregungen, was er im Sinne der Therapie tun könnte. Was auch an bunter Traum- und Bilderwelt in Erscheinung treten mag. Der Patient begegnet irgendwann seinen Problemen. Im weiteren Prozess lässt das Unterbewusste durch Kreativität und Weisheit auf der Bildebene neue Möglichkeiten entstehen. Es hilft die Schwierigkeiten zu meistern und neue Ziele oder Zwischenziele zu erreichen. 

Insgesamt haben wir es im Unbewussten mit zwei gegensätzlichen Kräften zu tun: Symbole, welche unsere Schwierigkeiten darstellen, und solche, welche Lösung und Weiterentwicklung aufzeigen. Und in den Schwierigkeiten sind früher oder später auch die Lösungen enthalten.

Einige typische Bildmotive: Für unsere Schwierigkeiten können Abgründe, Zäune, Mauern, Dornenhecken, Dunkelheit, Fabelwesen, Ungeheuer etc. stehen. Manchmal werden wir dabei auch in die Kindheit zurückversetzt und können mit den Personen sprechen, die uns verletzt oder belastet haben, sogar auch mit den Verstorbenen.

Die Kraft des ausgesprochenen Wortes heilt. Dabei können wundersame Unterstützungen auftauchen: Personen, die für uns hilfreich waren, der Patient selbst als weiser Erwachsener, kreative Phantasiegestalten, Werkzeuge, die Möglichkeit zu zaubern, die Materie zu verändern, ein Krafttier, ein alter Baum, die heilende Quelle, bis hin zu den beeindruckenden Gestalten eines inneren Heilers, des alten weisen Mannes oder der alten weisen Frau.

Letztlich geht es darum, mit allen Bildern, die uns bedrohen oder blockieren, schrittweise in einen Frieden zu kommen. Dann verabschieden sie sich, lösen sich auf etc. und verlieren damit ihre Wirkung. In unserer Tiefe wartet ein ewiges Licht. Es kann alle lebensfeindlichen Kräfte in uns in heilvolle Energien verwandeln.

"Welche Probleme Sie auch immer haben, wie verzweifelt Sie auch immer sein mögen - Ihr Unbewusstes weiß die Lösung: es ist alles da, was sie brauchen." M. Huber